Abd-el-Krims Vision, Tamazight zu lehren

Artikelausschnitt aus Telegrama Del Rif

Ein Artikel von Abd-el-Krim, in dem er seine Vision von Tamazight zu lehren skizziert, als er Professor an der Akademie für die Berbersprache in Melilla war. Der Artikel des Rif-Führers erschien am 2. Oktober 1914 in der Zeitung „El Telegrama del Rif“, einer Lokalzeitung die 1898 in der Stadt Melilla gegründet wurde.

Drei Viertel der Bevölkerung des marokkanischen Volks sind berberischen Ursprungs, der Rest arabisch. Man kann guten Gewissen sagen, dass in Nordafrika, vom Souss bis nach Tunesien, die Berberpopulationen überwiegt und dass die Ezhuanes (Einwohner außerhalb von Algier) sogar fast die gleiche Sprache sprechen wie die Bewohner des Rifs.

Aus dieser Beobachtung ist das Studium von „schelja“ für die Spanier und für General Jordana von großer Bedeutung, somit ist es auch wichtig das Erlernen diese Sprache auf offizieller Weise anzubieten.

Die Berbersprache oder „schelja“ bietet verschiedene Dialekte, und die die von unseren Mitbürgern gesprochene wird, ist das „tamzight“. Das Wort leitet sich von „madeguis“ ab, was der Name eines der Gründer der Berberreiche in diesen Gebieten war.

Die Mauren schreiben „schelja“, aber für das Lehren wäre es angebracht, ihre Klänge in Spanisch oder Arabisch zu transkribieren, da man durch diese beiden Schreibweisen ihre Klänge leicht ausdrücken kann, stark kehlig und spiransierend. Seine grammatikalische komplizierte Architektur, erfordert von den Europäer, stets Übungen durchzuführen und in einer kontinuierlichen Praxis, das Erlernte zu sprechen.

In dieser Region hat „schelja“ einige arabische Wörter in den Wortschatz übernommen. Andererseits ist sie in der Souss Region reiner, da sie nicht so stark von anderen Sprachen beeinflusst werden konnte.

Mit dieser Ernennung zum Professor für „schelja“ in der Offiziellen Akademie dieser Stadt sollte ich auf das in mich gesetzte Vertrauen antworten und alle Anstrengungen unternehmen, um dieses Ziel zu erreichen, d.h. dass es in kurzer Zeit Menschen geben würde, die in der Lage wären, sich mit den indigenen Völkern zu verständigen.

Dem ehrwürdigen spanischen franziskanischen Vater Pedro Sarrionandia, einem hochgebildeten Mann, gebührt die Ehre, eine sehr vollständige Grammatik der „schelja“ geschrieben zu haben, dessen Produktion seine profunden Sprachkenntnisse beweist. Und was mich betrifft, so schlage ich in meiner Rolle als Lehrer, unterstützt von meinem Assistenten Mohamed Tah-Tah, vor, seiner Methode der Offenlegung zu folgen und die Themen und Übungen zu verwenden, die das Buch enthält.

Die täglichen Übungen beinhalten das Schreiben auf den Tafeln und die Erstellung von Übersetzungen, und wenn die Schüler ein bestimmtes Niveau erreicht haben, gehen wir zu Konversationsübungen über.

Ich wünsche mir, dass jeder, der seinen Lehren folgt, ob Militär oder Landsleute, hier eine dringend benötigte Sprache erlernen kann, und ich bitte Gott, uns bei dieser Aufgabe zu helfen.

Mohamed Abd-El-Krim Khattabi, Professor der Akademie für „Schelja“.

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