Der „Bluff“ mit den Masken – und wieder werden die Marokkaner gemolken

Die hygienischen Bedingungen, die mit der Herstellung und dem Vertrieb der Marokkanischen Masken einhergehen, sind bedauerlich und können ein Faktor für eine Kontamination in großem Maßstab sein.

Willkommen zurück, Moulay Hafid Elalamy. Mit der totalen Ausgangssperre, haben Sie jetzt wieder einen spektakulären Auftritt hinlegen dürfen, um über die Marokkanischen Masken zu prahlen. Derzeit produzieren wir, was die Masken betrifft, „3 Millionen Einheiten pro Tag“. Ab nächsten Dienstag (7. April 2020) werden wir ein tägliches Volumen von 5 Millionen erreichen“. Es kommt noch besser, denn voller Stolz verraten Sie, dass das europäische Ausland mit Ihnen in Kontakt steht, um diese besagten Marokkanischen Masken zu importieren.

Wir möchten sicherstellen, dass Sie hier über dieselben Masken sprechen, die in Marokko hergestellt und vertrieben werden, oder sind es etwa andere, die exportiert werden sollen?

Die Frage ist weder trivial, noch unpassend. Weil Ihre Masken einfach nicht den aktuellen internationalen Standards entsprechen. Schockiert Sie das? Das glaube ich nicht. Weil Sie das Treffen vom 18. März 2020 zwischen dem marokkanischen Verband der Vliesstoffhersteller, der dem Gesundheitsministerium unterstellten Direktion für Arzneimittel und Pharmazie (DMP), der Regionaldirektion des Gesundheitsministeriums in Casablanca, dem CTPC, dem Technischen Zentrum für Textilien und Bekleidung (CTTH) und dem Netzwerk der marokkanischen technischen Industriezentren (RECTIM) organisiert haben, bei dem die Modalitäten für das Inverkehrbringen von Schutzmasken auf dem marokkanischen Markt erörtert und beschlossen wurden.

Das besagte Treffen, brachte einen marokkanischen Standard „außerhalb der internationalen Normen“ hervor. Die genannten Normen, sehen einen Filter zwischen den beiden Schichten der Gewebemaske zwingend vor. Der marokkanische Standard dagegen erlaubt die Herstellung von Masken ohne Filter. Der verwendete Vliesstoff, ist der gleiche, wie der zur Herstellung von Säcken verwendet wird, die auf Märkten und im Einzelhandel im Umlauf sind. Die Vereinbarung, die Sie bestätigt haben, betrifft die Herstellung dieser Masken und ihren Verkauf zu 1,2 DH TTC. Diese Maske, deren Verkauf Sie mit 0,8 DH TTC subventioniert haben, ist ein „Lumpen“, der niemanden schützt. Und das Schlimmste ist, dass die hygienischen Bedingungen, die mit der Produktion in bestimmten Fabriken und dem Vertrieb (vor allem in Lebensmittelgeschäften und Supermärkten) einhergehen, beklagenswert sind und zu einer Kontamination in großem Maßstab führen können.

Ist es für ein ausländisches Land akzeptabel, diese „Nicht-Standard“-Masken zu bestellen, es sei denn, die Masken für den Export werden durch andere Verfahren nach genau definierten und international anerkannten Spezifikationen hergestellt? In diesem Fall hat das marokkanische Volk das Recht, alles zu wissen. In einer Zeit, in der diese nach marokkanischen Maßstäben gefertigten Masken an öffentlichen Orten des Handels fehlen und das Aufblühen eines Schwarzmarktes fördern, sprechen Sie mit uns über eine externe Nachfrage. Ist es Zeit, über Geschäfte zu sprechen? Ist dies der Zeitpunkt, um über einen Produktionsüberschuss zu sprechen, wenn es an Masken mangelt?

Herr Minister, dies ist die Stunde der Wahrheit. Auch wenn ein großer Teil der Marokkaner Analphabeten sind, lassen sich die Marokkaner nicht einfach täuschen. Viele Geschäftsleute sehen diese Gesundheitskrise, die das Leben der Marokkaner bedroht, als ein Alibi dafür an, Geschäfte auf dem Rücken der „Unkultivierten“, der „Machtlosen“ oder der „Resignierten“ zu machen. Aber die Geschichte hat uns gelehrt, dass nichts von Dauer ist. Dieselben Menschen, die in einem anderen und weniger risikoreichen Kontext mit einem „roten“ Pass herumstolzieren und sich lieber in Paris oder Bonn in ärztliche Behandlung begeben, sind nun ebenfalls in ihrem Herkunftsland eingesperrt. Patriotismus lässt sich in Friedenszeiten nicht messen. Es ist immer in Krisenzeiten, dass man zwischen „falsch“ und „echt“ unterscheiden kann.

Quelle: maroc-hebdo-press

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