Hässlichkeit und Schandfleck; Kolumne von Salah Elayoubi

Trotz aller politischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme, trotz der Ungerechtigkeit und Unterdrückung in diesem Land namens Marokko. Einige haben in diesem Land voller Schande, auf dem die Unterdrückung blüht, nichts zu kritisieren gefunden, außer jetzt die Shorts belgischer Freiwillige, die die Aufgaben des marokkanischen Staat übernahmen, um ein Stück Straße zu reparieren.

Die Schande eines politischen Systems, das seine eigenen Bürger und den Rest der Welt immer wieder mit Lügen überschüttet und seine Schattendemokratie und seine imaginären Entwicklungsfortschritte preist, werden hier etwas beleuchtet.

In allem steckt eine Abstufung. Die Schmach ist hier keine Ausnahme.

In dem Fall der Belgier von Adar Ou Namane, benannt nach diesem Douar, der sich an die Ausläufer des Atlas schmiegt, ist die Hierarchie des Unerträglichen die Normalität. Es findet sogar seine volle Bedeutung in ihm. Es geht von Hässlichkeit bis zu Erniedrigung, durch Scham und Schande.

Die Hässlichkeit

Vor allem wegen des unwahrscheinlichen Teleskopierens zwischen einerseits einer Hauptstadt, Taroudant, die weltweit für ihren sanften Lebensstil und ihre zeitlosen Hotels von dezentem Luxus bekannt ist, zwischen jahrhundertealten Arganbäumen und andererseits, dem namenlosen Elend der Douars in unmittelbarer Nähe des kleinen roten Paradieses.

Eine Hässlichkeit, die vor allem den Behörden dieses Landes zuzuschreiben ist, die von ganz oben mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten entweder in deutschen Limousinen oder Privatjets voranschreiten, solange das Fehlen von Straßen, dem Steilhang und der Isolation sie daran hindert in diese Region zukommen.

Die Schande

Dann ist da noch die Schande eines politischen Systems, das seine eigenen Bürger und den Rest der Welt immer wieder mit Lügen füttert und seine phantastische Demokratie und seine „unvorstellbaren“ Entwicklungsfortschritte lobt, so sein eigener sogenannter Regierungschef.

Diese Aussagen werden durch alle internationalen Studien und im konkreten Fall durch die Anwesenheit dieser jungen Belgier, die den marokkanischen Staat ersetzen, um ein Stück der Straße inmitten eines „nutzlosen Marokkos“ zu reparieren, weitgehend widerlegt. Ein Tropfen auf den heißen Stein, der für den Aufbau des Landes notwendig wäre.

Der Fleck

Der Schandfleck besteht darin, diese Freiwilligen anzugreifen und die Aufrichtigkeit ihres Engagements und damit ihrer Menschlichkeit in Frage zu stellen, unter dem Vorwand, dass ihre Arbeitskleidung unangemessen wäre und gegen die Regeln des Anstands verstößt. Auf die vorgetäuschte oder echte Empörung von Ali El Asri reagierte der PJD-Abgeordnete achthundert Kilometer entfernt auf Ayoub El Farissi’s Mordaufruf, die Freiwilligen von Adar Ou Namane zu enthaupten.

Caso volontarie belghe

Erschwerend hinzu kommt der Mordaufruf von einem Lehrer. Ein Mann, der Höflichkeit und Toleranz unter seinen Schülern pflegen sollte. Dies beweist wenn überhaupt, dass im Land der untergehenden Sonne, das einst für Jahrhunderte für die Gastfreundschaft und Freundlichkeit ihrer Bewohner und die Toleranz ihres Islam bekannt war, etwas definitiv beschädigt und gebrochen wurde.

Die Erniedrigung

Der Zyklus der Schmach scheint sich mit der Erniedrigung, die das Land in den letzten 30 Jahren oder so übernommen hat, zu schließen. Zuerst subtil. Dann heimtückisch. Schließlich, unwiderruflich, da die Marokkaner die Kaufleute des Glaubens, die Islamisten der PJD, an die Macht gebracht haben. Die Reden über Intoleranz und die Phraseologie von Hass und Gewalt, die von anderswo importiert werden, folgen einander und sind ähnlich. Sie greifen alles an, was darüber hinausgeht. Ob Ideen, Gedanken, Köpfe oder Körper. Die ersten Opfer sind Frauen, die gezwungen sind, zu schweigen, sich zu verstecken oder gar aus dem Blickfeld zu verschwinden, wenn sie nicht überzeugt sind. Eine Erniedrigung, die Louisa Vesterager und Maren Uelanle am 17. Dezember 2018 das Leben kostete. Der Verband Bouworde hat gerade seinen Rückzug aus Marokko wegen Drohungen gegen seine Freiwilligen angekündigt. Unsere Schande ist jetzt global.

Der Verein, der seit mehr als fünfzehn Jahren in der Region tätig ist, kümmerte sich um Kinder, Mädchenmütter, Frauen in Schwierigkeiten und baute Schulen.

Als Antwort auf die dummen Worte des stellvertretenden PJD-Abgeordneten dachten die kleinen belgischen Engel, sie täten das Richtige, indem sie die traditionelle Kleidung der Region trugen, einen Schleier aus schimmernden Farben, der elegant auf ihren Köpfen platziert war.

Es wird viel mehr als ein Fotoshooting brauchen, um das Böse, das es frisst, aus diesen Land der Schmach und Schande zu bekommen.

Die Therapie könnte Jahrzehnte dauern, um den Krebs mit dem Marokko infiziert ist, in den Griff zu bekommen. Es gibt im Moment keine Anzeichen dafür, dass das marokkanische Regime bereit ist, das Böse, das ihm dient, effektiv zu behandeln!

Salah El Ayoubi

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