Houda Jelloul: „Alle Gefangenen im Gefängnis von Tanger sind frei, mit Ausnahme meines Vaters“.

Mohamed Jelloul und seine Tochter Houda

„Alle Gefangenen im Gefängnis von Tanger sind frei, außer mein Vater“, so im herzzerreißende Facebook-Post von Houda Jelloul, der Tochter von Mohamed Jelloul, nach der Begnadigung und Freilassung von 22 politischen Gefangenen der Rif-Bewegung.

Es ist in der Tat schwierig, die vom Regime verfolgte Logik zu verstehen, eine Gruppe von Gefangenen nach der anderen freizulassen, anstatt ihnen alle ihre Freiheit zu geben. Eine Logik, die der Präsident der marokkanischen Vereinigung für die Verteidigung der Menschenrechte, Aziz Ghali, auch auf France 24, angeprangert hat. Ghali ist der Ansicht, dass dieser Ansatz auf die Unfähigkeit des Staates zurückzuführen ist, seiner Verantwortung gerecht zu werden, da er hinsichtlich der Charta der Forderungen des Rifs nichts erreicht hat und versucht, Zeit zu gewinnen.

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Mohamed Jelloul, Lehrer, Vorsitzender der Bewegung vom 20. Februar, Menschenrechtsverteidiger und Gewerkschafter, wurde 2012 wegen seines Aktivismus zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde dann am 26. Mai 2017, drei Tage vor der Verhaftung seines Gefährten Nasser Zefzafi und nur 4 Wochen nach seiner Freilassung aus der ersten Verhaftung, festgenommen und erneut zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Jahr 2017 war Houda Jelloul eine 14-jährige Teenagerin, doch das Regime hat sie nicht verschont. Sie wurde verhaftet zur Polizeistation gebracht, damit sie nicht eine Kundgebung zur Freilassung ihres Vaters leiten konnte. Später wurde sie freigelassen.

In einem Brief von Mohamed Jelloul, der 2019 vom Tanger Gefängnis aus verschickt wurde, betonte der politische Gefangene, dass „der marokkanische Staat, indem er dem Ansatz folgt, Zeit zu gewinnen, alle Wege zu einer möglichen Versöhnung und zu einer normalen Beziehung zwischen dem Rif und dem Machtzentrum, die auf Anerkennung und gegenseitigem Respekt, Wiedergutmachung und Heilung beruht, behindert“. Jelloul fügte hinzu, dass der marokkanische Staat „die volle Verantwortung für die Gestaltung dieser Beziehung in der Zukunft übernimmt, vor allem im Lichte des kollektiven Gefühls der Menschen im Rif, dass der marokkanische Staat ihnen seit 1956 nichts anderes als Verfolgung, Entbehrung und Entzug ihres Rechts auf Entwicklung geboten hat“.

Am 5. Oktober 2019 wurde Mohamed Jelloul anlässlich des Weltlehrertags in einer von der Nationalen Föderation der Lehrenden und Demokratischen Tendenzen (FNE Td) organisierten Zeremonie am Sitz der Marokkanischen Menschenrechtsvereinigung (AMDH) in Rabat geehrt.

Quelle

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