Marokko verhaftet kritischen Professor Maâti Monjib

Die marokkanische Polizei hat heute Maâti Monjib in einem Restaurant in der Hauptstadt Rabat festgenommen. Damit wird eine weitere kritische Stimme aus dem Weg geräumt und durch eine wahrscheinlich gefälschte Akte hinter Gittern gebracht.

Die regimetreuen marokkanischen Medien berichten, dass Maâti Monjib wegen seiner Verwicklung in Geldwäsche und Finanzvergehen verhaftet wurde. Die falsche Anschuldigung gegen Monjib wirft nicht nur moralische Fragen auf, sondern ist auch einer der bewährten Methoden des Mekhzens, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Maâti Monjib ist bereits seit einiger Zeit Ziel von Repressionen und Einschüchterungen. Er wurde mehrmals verhört, weil er „finanzielle Unterstützung aus den Niederlanden erhalten hat“. Er soll den erhaltenen Zuschuss von einer niederländischen NGO „nicht rechtens“ ausgegeben haben. Der Zuschuss war für die Entwicklung eines Trainingskurses für Bürgerjournalisten im Jahr 2015 vorgesehen. Pro-Makhzen-Medienkanäle, haben Monjib seit Monaten als Gefahr für die Stabilität Marokkos dargestellt.

In dieser Hinsicht ist er nicht der einzige Kritiker, dem vorgeworfen wird, niederländisches Geld erhalten zu haben. Omar Radi, der im Dezember 2019 verhaftet wurde, erhielt nach Angaben des marokkanischen Regimes auch Geld aus den Niederlanden. Er soll auch Informationen an die niederländische Botschaft in Rabat weitergegeben haben.

Maâti Monjib ist der Vorsitzende von Freedom Now, einer Organisation, die sich für Meinungsfreiheit und investigativen Journalismus in Marokko einsetzt. Er ist außerdem Mitbegründer und Mitglied der Moroccan Association of Investigative Journalism (MAIJ), einer Vereinigung, die Korruptionsfälle im Land aufdeckt, schreibt Front Line Defenders.

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