Marokko will kritische Bürger im Ausland verfolgen

Die marokkanische Polizei, der Auslandsnachrichtendienst, der Inlandsnachrichtendienst und die Geheimpolizei haben gemeinsam Anklage gegen im Ausland lebende Bürger erhoben. Der Sprecher des Regimenahen Portals, Hespress, berichtet, dass die Anklage beim Gericht der ersten Instanz in der Hauptstadt Rabat eingereicht wurde.

In einem gemeinsamen Kommuniqué der drei Institutionen heißt es, dieser Schritt sei das Ergebnis von „Beleidigung von Amtsträgern, Beleidigung von Organisationsorganen, Meldung von gefälschten Straftaten, Erfinden und Verbreiten falscher Anschuldigungen und Fakten sowie Verleumdung“.

Nach Ansicht der drei Behörden „Direction générale de la Sûreté nationale“ (Polizei), „direction générale de la Surveillance du Territoire“ (DGST) und „direction générale des études et de la documentation“ (DGED) fällt dieser Schritt in den Rahmen des Schutzes ihrer Beamten durch den Staat.

Mitglieder der Diaspora, vor allem in Europa, nutzen das Recht auf freie Meinungsäußerung in diesen Ländern, um über die Korruption und Verbrechen von Mitgliedern des marokkanischen Regimes zu berichten. Rabat, das Kritiker und Opponenten in Marokko systematisch verhaftet, foltert und sogar vergewaltigt, scheint nun genug von dieser Kritik aus dem Ausland zu haben. Laut den Aktivisten will das Regime nun auch diese Stimmen zum Schweigen bringen, weil sein langer Arm in Europa versagt hat, sie unter anderem durch organisierte Verleumdungskampagnen und Morddrohungen zu beseitigen.

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