Reflektion zur Flaggenverbrennung in Paris während der Rif-Demonstration

Rif Demonstration am 26.10.2019 in Paris zu Gedenken des Todes von Mohcine Fikri

Von Ali Lmrabet

Die marokkanische Flagge, die während einer Rif-Demonstration in Paris verbrannt wurde, hat viele Menschen verärgert und sogar das Repräsentantenhaus des marokkanischen Regimes veranlasst, seine sogenannte Empörung zum Ausdruck zu bringen, indem es die königliche Hymne im Parlament sang.

Doch dieses Stück Stoff, das von Lyautey, dem „großen“ Kolonisator erschaffen wurde, der hinter Hunderten von Massakern an echten marokkanischen Widerstandskämpfern steckte, wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals verbrannt, ohne etwas von dieser übertriebenen Empörung zu verursachen. Die Flagge wurde schon mehrfach von der saharauischen Unabhängigkeitsbewegung und auch von Studenten vor dem marokkanischen Parlament in Rabat verbrannt, ganz zu schweigen von all den Menschen, die diese Lyautey-Flagge während Social Media Streamings verbrannten.

Also, warum jetzt all diese maßlose und heuchlerische Übertreibung?

Liegt es etwa daran, dass die Flagge diesmal von Rifis verbrannt wurde und weil die Marokkanischen Geheimdienste ausdrücklich angeordnet haben, Marokkaner gegen ihre Landsleute aus dem Rif aufzubringen.

Bereits das gefürchtete und gehasste Bild der Rifis ist im nationalen Unterbewusstsein eher niedrig, jetzt schürt das Regime mehr Hass in dieser explosiven Situation.

Einen sehr gefährlichen Weg, den das marokkanische Regime gewählt hat.

All diese Patrioten unter der Zivilbevölkerung und dem Parlament sind ein Zeichen der Heuchelei.

Wo waren sie, als Armee, Polizei und andere Dienststellen ihre Landsleute beschlagnahmten, folterten und vergewaltigten, oder als Hunderte von jungen Menschen im Meer starben, um Armut und Unterdrückung zu entkommen.

Von einem Banner erschüttert zu werden, was das Werk und die Relikte des Kolonialismus sind, und dann die Augen vor schweren Verletzungen der Menschenwürde zu verschließen, ist ein lebendiger Beweis dafür, dass die Marokkaner ihre Geschichte nicht kennen und immer Angst haben, gegen ihr autoritäres und räuberisches Regime zu kämpfen.

Als M6 den Thron bestieg, erbte er einen territorialen Konflikt in der Sahara. 20 Jahre später hat er diesen Konflikt immer noch und kann zudem die schweren sozialen Konflikte nur durch Repression und die Anwendung der Politik „din mouk-din bouk“ unter Kontrolle behalten. Nun schuf er einen weiteren territorialen Konflikt – das Rif. Auf diese Weise kann er das Volk und das Ausland von seinen wirklichen Problemen ablenken!

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