Wie feiern Imazighen Yennayer

Yennayer ist der Neujahrstag der Imazighen (12 afrikanische Länder einschließlich der Kanarischen Inseln) entsprechend dem 12. Januar -Gregorianischer Kalenders und wird seit der Antike gefeiert.

Was bedeutet Yennayer?
Etymologisch besteht das Wort Yennayer aus zwei Wörtern: – Yen, was „erster“ oder „eins“bedeutet – Ayer/Ayur bedeutet „Monat“

Yennayer ist daher der erste Monat des Jahres im Amazigh-Kalender, der erste Tag fällt auf dem 12. Januar des Gregorianischen Kalenders.

Aber was ist der Ursprung des Amazigh-Kalenders?

Heute feiern wir das Jahr 2970. Das Jahr 1 der Amazigh stammt aus dem Jahr 950 vor Christus. König Sheshonq (Chachnaq), der nach Eroberung des Nildeltas die 22. Pharaonische Dynastie gründete. Eine erste Schlacht, ein grandioser Sieg und somit die Übernahme der Pharao-Dynastie.

Yennayer wird in ganz Tamazgha (alle Amazighgebiete Nordafrikas) und der Diaspora gefeiert, wo auch immer Imazighen leben. Von der Oase Siwa in Ägypten bis zu den Kanarischen Inseln im Atlantik, von Ghadames in Libyen bis zu Tlemcen im Westen Algeriens, vom Chaouia-Hochland bis zum Rif in Nordmarokko, an der tunesischen Küste und der in Kabylei.

Wie feiert man Yennayer in Tamazgha?
Yennayer wird nach den Merkmalen der Region und den Traditionen der Einwohner gefeiert, das Ziel ist jedoch dasselbe: „Es ist das Zeichen eines neuen fruchtbaren Jahres und somit auch als Agrar- oder Bauernjahr bekannt“.

Einige Beispiele der Riten:

In der Region Ghadames in Libyen ist Yennayer ein Kinderfest. Sie lassen ihrer Fantasie freien Lauf, um Erwachsenen auszutricksen, eine Art 1. April. Das ganze Dorf ist um ein Barbecue im Freien herum gruppiert.

  • In Marokko gibt es Regionen, in denen es unbedingt notwendig ist, dass die Gerichte des Tages die sieben Gemüse enthalten. Alles, was in der Wohnung alt und abgenutzt ist, wird verändert und es ist üblich, die Steine des Herdes zu ersetzen. Es ist auch eine Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und alle bisherigen Arbeiten abzuschließen.
  • Im Aures schaffen die Chaouis eine Atmosphäre der Freude und des Vergnügens, führen eine sorgfältige Reinigung der Häuser durch, den Wechsel von Inyen (1) (die Steine ​​v Kanoun (2)) und bereiten das Iranen aus Weizen oder Mais, in Brühe mit Bohnen, Fett, Salz und Käse) vor. Es ist auch Tradition, dass jede Arbeit, die begonnen wurde, wie das Weben, an diesem Tag zu beenden.
  • Im Ahaggar feiern die Tuaregs eine Woche vor dem 12. Januar Yennayer. Zu diesem Anlass ziehen sie die besten Kleider an und schmücken sich mit den schönsten Juwelen. Es wird gesungen, getanzt und gekochte wie: Kasbasu (trocken oder Couscous), Taggala (Aghrum oder Brot), Talbagat (Aksum Yaz) dann oder Hackfleisch), aghaghe (ighi oder Molke).
  • In einer Region von Tihert (Tiaret) namens Ain Dheb wird nach einem Familienessen, dann bis in die späte Nacht Nüsse, Haselnüsse, Mandeln, Erdnüsse und dergleichen konsumiert und die Schalen auf dem Markt verstreut. Die Schalen werden am nächsten Morgen von der Erde aufgenommen. Dieser Ritus dient als Hoffnungsträger für eine gute landwirtschaftliche Ernte im neuen Jahr.
  • In der Region Wiren (Wahran oder Oran) trifft sich die Familie und es wird ein Bankett organisiert.
  • In der Kabylei findet die Feier durch Rituale, Opfer und besondere Gerichte statt. Mitten in der Saison der Olivenernte wird die Arbeit eingestellt. Die Häuser werden sorgfältig gereinigt, neu gestrichen, dekoriert und stehen den Gästen zur Verfügung.
  • In manchen Dörfern wird auch der erste Haarschnitt für Jungen durchgeführt.

Eine Tradition eint Imazighen aller Länder, welches am letzten Abend des letzten Jahres stattfindet. Das Ritual besteht aus wenigen Details, die für alle identisch sind. Es besteht aus einem Familienessen, dem ein Opferopfer-Ritus vorausgeht, dessen Ziel es ist, die Familie im kommenden Jahr vor Pech zu schützen. Es wird ein Hahn geopfert. Die erweiterte Familie, manchmal der ganze Clan, kommt zusammen um Couscous oder andere Hühnergerichte zu essen. Es werden den ganzen Abend Süßigkeiten und Trockenfrüchten verteilt. Granatäpfel, Feigen, Datteln, Trauben, Pflaumen werden aus Tongefäßen geholt. Die Erwachsene sind die ganze Nacht beschäftig, den Kindern die Geschichte von Yennayer und anderen Mythen zu erzählen, um das Vermächtnis zu pflegen und die Kultur zu wahren.

Die Gedenkfeier findet überall am selben Tag statt, jedoch mit unterschiedlichen Praktiken je nach Region, den spezifischen Traditionen und Lebensweisen.

Quelle

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