Zwei Jahre in der Hölle des marokkanischen Regimes

Die Zwei ex-politischen Rif-Gefangene des Marokkanischen Regimes „ Najib Bouzambou (links)“ und „ Azzedin Hamamou“

Gestern Mittwoch, den 13. August 2019 sind es zwei Jahre her, dass in Imzouren eine große Demonstration gegen Marokkanische Repression im Rif stattfand. An diesem Tag wurden Hunderte von Rifis willkürlich von der Straße entführt und von den Repressionskräften der marokkanschen Besatzung gefoltert. Ein großer Teil der Opfer waren Kinder. Nach stundenlanger Folter und rassistischem Beleidigungen wurde die Mehrheit gegen vier Uhr morgens des nächsten Tages freigelassen. Dutzende wurden jedoch vor Gericht gestellt und zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Zwei dieser politischen Rif-Gefangene, die vor kurzem, nach Zwei Jahre Haft,freigelassen wurden, haben gestern über ihre Entführung und Folter geschrieben. die Zwei Rif-Gefangene sind der Krankenpfleger Najib BOUZAMBOU und der Student Azzedine HAMAMOU.

Najib Bouzambou schrieb, dass die marokkanischen Repressionskräfte am Sonntag, den 13. August 2017 um 16:15 Uhr Ortszeit in die Krankenstation in Imzouren, wo er arbeitet, eingedrungen sind und ihn entführt haben. Najib wurde zur Polizeistation in der selben Stadt gebracht, wo eine Gruppe rassistischer Agenten auf ihn wartete. Der Rifi behauptete, dass der Rassismus dieser marokkanischen Agenten gegen die Rifis keine Grenzen kannte. Er erinnert sich an einen marokkanischen Agenten aus Meknes, er wurde von seinen Kollegen „lhaj Meknassi“ genannt, der ihn ins Gesicht und in den Bauch schlug und die Handschellen so festzog, dass sie seine Hände verletzten.

Die Gruppe der marokkanischen Agenten sagten zu einander: „Chofo fih shih o ghlid hsan manna wakl charab o mazal tayahdar“, was in arabisch soviel heißt wie: „Seht ihn euch an! Er ist fitter und dicker als wir! Er hat zum Trinken und Essen und redet immer noch (über Politik)!“. Als einer der Agenten Najibs Telefon durchsuchte und ein Foto von ihm fand, das im Jahr 2014 im Real Madrid Stadion aufgenommen wurde, sind die Agenten ausgerastet. Der Polizist schrie wütend: „chofo wald lqahba mcha lmadrid o tfarraj arriyal b miljoen o nass, ha ttamwil dyal beljika o oroppa fin kayamchi“, auf Arabisch d.h „Sieh dir diesen Hurensohn an, er war in Madrid, um Madrid’s Spiele zu gucken, das hat ihm über 1,5 Tausend Euro gekostet! Hier sieht ihr die Finanzierungen von Rifis aus Belgien und Europa „.

Bouzambou sagt, dass er nach der Folterung in den Keller gebracht wurde. Er bat die rassistischen Agenten, seine Handschellen für eine Weile loszumachen, um beten zu können, aber sie weigerten sich und verboten ihm zu beten. Bouzambou und andere Rif-Gefangene blieben mehr als 12 Stunden im Keller.

Azzedine Hamamou erwähnt in seinem Text einen Teil der Schimpfwörter, die die marokkanischen Agenten verwendeten: „Wlad Spanyol“, „Spanische Bastarde“ (ein Schimpfwort, mit die marokkanischen Faschisten die Rifis bezeichnen), Hurensöhnr, Schwule, bei Allah werden wir euch Hurenmütter mit einer Flasche vergewaltigen, bei Allah wir werden euch vergewaltigen.

Auch Azzedine Hamamou befand sich im selben Raum wie Bouzambou, insgesamt befanden sich in diesem Raum von 9 Quadratmetern 13 Rif-Gefangene. Azzedine sagt, dass ein Rifi namens Tarik Rizki immer in einen Raum gebracht wurde, in dem sich die marokkanischen Geheimdienste befanden. Der Rifi wurde gefragt, wer auf die Straße geht und welche Studenten an der Universität, an der er sich befindet, aktiv sind. Die Marokkaner sagten zu Tarik: „Willst du einen Coup machen? Bei Allah wird’dind yemmakom‘ nicht gelingen!“

Hamamou erzählt auch von einem jungen Rifi, der gebeten wurde, ein Verhör zu unterschreiben. Als er bat, es zuerst zu lesen, begann eine Gruppe marokkanischer Agenten, ihn zu schlagen. Nach der Folterung packten sie seine Hand und er unterschrieb unter Gewalteinwirkung.

Dies war eine kurze Zusammenfassung der Zeugenaussagen von zwei ehemaligen politischen Gefangenen, deren Existenz von Marokko geleugnet wird. Arif News hat auch Zeugnisse von zwei rifischen Kindern, die am 13. August 2017 unmittelbar nach dem Aussteigen aus einem Taxi verhaftet wurden. Auch diese Kinder wurden beleidigt und gefoltert. Sie wurden in einen Bus gesetzt, und eine Gruppe rassistischer marokkanischer Repressionskräfte begann sie zu schlagen. Die Kinder wurden mit „Wlad Spanyol‘ angesprochen und sie mussten:’Es lebe der König‘ rufen und die Nationalhymne singen. Die marokkanischen Agenten sagten den minderjährigen Rifis: „Wenn es dir hier so nicht gefällt, solltest du nach Europa gehen, anstatt zu demonstrieren“. Ein weiteres Kind wurde wegen des Tragens einer Amazigh-Flagge verhaftet, und die ganze rassistische Repressionstruppe, griff das neue Opfer an. Auch diese Kinder wurden bis zum Morgen unter schrecklichen Bedingungen festgehalten.

Verwendete Quellen

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